Gambia

|2.6. – 30.7.2003  
Gambia
eine Reise in das Land der sprechenden Trommeln
Mit-Mach-Ausstellung für Jung & Alt
Folgende Punkte werden zu einem späteren Zeitpunkt ins Internet gestellt.
Wir waren dabei
Und das erwartet Euch bei uns
Wer von Euch kennt das kleinste Land Afrikas?
Keiner?
Dann kommt einfach mit uns nach Gambia. Als kleinstes Land auf dem afrikanischen Kontinent liegt Gambia in Zentralafrika und erstreckt sich längs des Flusses Gambia, von dem es seinen Namen erhalten hat. Auch die Maße (350 km Länge bei nur 45 km Breite) sind durch den Fluss Gambia geprägt.
Bitte klicken Sie, zur Vergrösserung der Karte, auf die Abbildung. Karte
Ursprünglich gehörte Gambia zum Senegal, seinem heutigen Nachbarland. Während der Senegal jedoch von den Franzosen kolonialisiert wurde, kauften die Engländer die Flussrechte entlang des Gambia Stromes, das Gebiet des heutigen Gambia. Die offizielle Landessprache im Senegal ist daher Französisch, in Gambia spricht man hingegen Englisch.
Gambia ist seit 1965 als Republik unabhängig. Das Rot der Flagge steht für Sonne, das Weiss für Einigkeit und Frieden, das Blau für den Fluss als Lebensader und das Grün für die Landwirtschaft und Naturschätze – als Lebensgrundlage.
Wusstet Ihr, dass der Film Roots – die Geschichte von Kunta Kinte über den Sklavenhandel – in Gambia beginnt und Kunta Kinte aus Gambia nach Amerika verschleppt wurde? Ja, dass insbesondere der Sklavenhandel das Land geschichtlich geprägt hat? Die Ruinen von Fort James erinnern heute noch daran.
Wenn Ihr mit nach Gambia reist, dann könnt Ihr mehr über das Leben dort erfahren,  Ihr könnt die traditionelle Kleidung anprobieren,
Perlenschmuck herstellen,  Euch Rasta-zöpfe flechten lassen, Tanzrituale kennen lernen, selber trommeln, palavern, batiken, und vieles mehr.
Na, seid Ihr neugierig geworden, dann meldet Euch einfach bei uns an.
Lehrerinfo  
Die Ausstellung geht auf die unterschiedlichen Traditionen, die Sitten und Gebräuche, Rituale und das Alltagsleben Gambias ein. Allein in Gambia leben über 20 verschiedene Ethnien.  Über 90% der Bevölkerung sind Moslems, so ist der Islam heute die dominierende kulturelle Kraft, wobei sich Überlieferungen und Traditionen der verschiedenen Ethnien bis heute erhalten haben. Begeh- und bespielbare Szenarien laden Kinder und Jugendliche zum Mitmachen und Ausprobieren ein und vermitteln so spielerisch die Inhalte, die zum besseren Verständnis beitragen. So wird die traditionelle Kleidung anprobiert, Einblicke in das alltägliche Leben durch Nachbau einer Wohnhütte gegeben, Perlen- und Haarschmuck hergestellt, Trommel-, Tanzrituale und Sprechgesänge  ausprobiert.
Diese Mit-Mach-Angebote dienen der selbständigen Erkundung und vermitteln praktische Erfahrungswerte, die den schulischen Unterricht unterstützen.
Die Ausstellung soll auch über die entwicklungspolitischen und umweltglobalen Zusammenhänge Aufschluss geben. So liegt Gambia am Rande der Sahelzone, einer sich immer weiter ausbreitenden Wüstenregion, die das Gebiet bedroht.
Auch wird die Ausstellungen „behutsame“ Einblicke in die Riten und Traditionen afrikanischer Gesellschaften geben. Nicht nur die Beschneidung als Initiationritus, auch der Voudoo und Totemglaube finden Eingang in die begleitenden Informationen und Führungen, die jeweils auf das Alter der Klassen zugeschnitten werden.
Telefonische Anmeldung für Schulklassen und Besuchergruppen
unter 0 203-26236  
Klassenführungen  
mo-fr Beginn jeweils  9°°, 10°°, 11°°, 12°°
Kostenbeteiligung
pro Kind 2,50 €, Erwachsene 4,50 € (Snack inbegriffen)
bei Klassenführungen haben 2 Begleitpersonen freien Eintritt  
wir danken:
der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung, Gfb
der Haniel & Cie GmbH
dem Kommunalverband Ruhrgebiet, KVR
dem Kulturbeirat der Stadt Duisburg
der Nordrhein-Westfälische Stiftung für Umwelt und Entwicklung, Bonn
der Stabstelle für Zuwanderung und Integration der Stadt Duisburg
der Stadtsparkasse Duisburg
© UBUNTU Afrikaprojekte e.V. Duisburg
Verein zur Förderung von Kunst & Kultur in der cubus kunsthalle e.V.
Mehr über Land und Leute klicken Sie hier: www.senegal-gambia.de
Senegal und Gambia
Senegal und Gambia – Namen, die lange weiße Strände entlang des Atlantischen Ozeans assoziieren, Regenwälder im Süden, Trocken- und Feuchtsavannen in den Zentralregionen, einen Teil des Sahel im Norden, einmaligem Vogelreichtum in den Nationalparks, mystische Traditionen im Alltag der Landbewohner, eindringliche Gerüche von unbekannten Gewürzen und Farben, die nirgendwo auf der Welt intensiver scheinen. Senegal und Gambia sind Teile jenes Afrika, das man ‚Schwarzafrika‘ nennt – der Lebensformen seiner tiefdunkelhäutigen Bewohner wegen, die sich selbst unter kolonialen und missionarischen Einflüssen in der Vergangenheit nicht wirklich verändert haben und die Europäern, ‚weißen‘ Kulturen, wohl immer fremd erscheinen werden. Sicher ist diese Andersartigkeit ein Grund dafür, daß nahezu 500 000 Besucher jährlich nach Senegal und Gambia reisen, jeder Dritte bereits als Wiederholer. Oft hat die Affinität zu der unbekannten Kultur mit einem Badeurlaub im Club Aldiana im Senegal oder an einem der Traumstrände in Gambia begonnen, bis sich über das Schnuppern hinaus weitere Einblicke offenbarten – Verführungen zum Wiederkommen. ‚Teranga‘ sagen die Menschen in beiden Ländern dazu, ‚Willkommen‘.
Zur geopolitische Absurdität gehören weitere sprachliche Gemeinsamkeiten nicht zum Bild der beiden Staaten, denn politisch sind Senegal und Gambia sozusagen aus kolonialer Borniertheit geschaffene künstliche Strukturen. Da Großbritannien und Deutschland nämlich während des ‚Scramble for Africa‘ bei der Berliner Konferenz 1884 große Teile des südlichen und östlichen Afrika für sich beanspruchten, manifestierten im Gegenzug Frankreichs Unterhändler ihren Willen, Westafrika zu kolonisieren. Daß Senegal in dieses ‚Paket‘ gehörte, war selbstverständlich – nicht jedoch für ihre britischen Kollegen, daß Gambia, das entlang des gleichnamigen Flusses das Land Senegal in der unteren Hälfte und bis zur Zentralregion teilt, aufgegeben werden sollte. Warum dieses Relikt der Sklavenzeit mit Bathurst (das heutige Banjul) und Fort James, 25 Kilometer aufwärts des Gambia River, dem British Empire unbedingt erhalten bleiben mußte, ist unerklärlich. Was im Zuge der Verhandlungen zwischen Frankreich und England um diesen geographischen Appendix von 480 Kilometern Länge und 45 Kilometern Maximalbreite geschah, wäre im Grunde lachhaft – hätte es nicht im Endeffekt die Einheit einer ganzen Region durch Grenzen zerteilt. Und zwar dergestalt, daß inmitten des knapp 200 000 Quadratkilometer großen und französischsprachigen Senegal das rund 10 700 Quadratkilometer kleine Gambia noch heute als englischsprachige Enklave existiert.Grenzübergreifende Traditionen So scheiterte zwischen 1982 und 1989 der politische Versuch, die Staatengemeinschaft Senegambien zu etablieren, an mittlerweile fest definierten Strukturen unterschiedlicher Mentalitäten: hier die 1,5 Millionen ‚britischen Gambier‘, dort die fast 10 Millionen ‚französischen Senegalesen‘. Doch zeigt sich die ethnische Verwandtschaft zwischen den Wolof und Mandinka, den Sérér, Fulani, Diola, Soinké und Toucoleur zum Anfang des dritten Jahrtausends in Wiederannäherung durch traditionelle Riten, Feiern und ‚Tam-Tams‘ (Feste) eindeutig stärker als staatliche Konformität. Zumal die politischen Führungsriegen, in Gambia dargestellt von Präsident Jammeh und im Senegal von Präsident Diouf, ihre eigentlichen Aufgaben längst im Sumpf von Korruption, Vetternwirtschaft und undurchsichtigem Protektionismus vergessen haben. Beide Länder sind starke Produzenten von Agrar- und Fischprodukten, doch fehlende Infrastrukturen und mangelnde ökonomische Kompetenzen führen dazu, daß Senegal zusätzliche Nahrungsmittel importieren muß und Gambia sich nur durch die Einnahmen des erneut stetig ansteigenden Tourismus über Wasser halten kann. Also ist, neben der Arbeit auf dem Feld oder in der Piroge, jedem selbst überlassen, wie legal er sein Einkommen gestaltet: Man muß schließlich sehen, wo man bleibt! Und so blüht der Handel mit allem, was sich schmuggeln, tauschen, kaufen, ergaunern, verkaufen läßt; ‚Bana-Bana‘ ist mittlerweile nicht nur das Rückgrat beider Volkswirtschaften, es ist das Auskommen jedes Einzelnen. In diesem wirtschaftlichen Dilemma kommt den Gambiern zupaß, daß Banjul Freihandelszone ist – und daß die geringen Zölle auf gambischem Boden, über die Grenzen des Staatenwinzlings hinaus, regen Schmuggel forcieren; ‚Re-Exporte‘ wird das hier genannt. Und so sehr senegalesische Zöllner auch angehalten sind, Schmugglern ein hartes Leben zu bereiten – wenn sie tatsächlich einmal einen erwischen, wechseln rasch ein paar Geldscheine die Hand oder ein Teil der Ware den Rucksack. Was die Großen können … oder: Was und wo ist Senegal oder Gambia? Handel ist Frauensache Westafrikaner sind traditionell Händler, wobei in der Geschichte stets die Frauen den stärksten Part in vielen Geschäften spielten. So sind die Signaras aus dem 18. Jahrhundert in ganz Afrika Legende, ihrer atemberaubenden Schönheit und ihres unglaublichen Reichtums wegen, der ihnen aus ihren Handelsmonopolen zufloß. Doch schon zur Zeit Herodots (490-425 v. Chr.) war neben den Erwähnungen des Handels allgemein auch von den ’schwarzhäutigen Frauen‘ die Rede, die mit den Berbern im Norden Afrikas rege Handelsaktivitäten etabliert hatten. Für lange Zeit waren die Aufzeichnungen des griechischen Geschichtsschreibers die einzigen Hinweise auf die ‚Negros‘ Westafrikas.
Um die Zeitenwende allerdings kamen konkretere Erzählungen über Herrschaftsbereiche im heutigen Senegal und Gambia, welche sich im 9. Jahrhundert dann zum Großreich Gana (keine Beziehung zum heutigen Ghana) formierten. Sagenhafte Goldfunde begründeten die reiche Struktur und Blütezeit der Region, Gold wurde gegen Salz aus der Sahara getauscht, Kamele gegen Pferde, mit Goldfäden gewebte Stoffe gegen hellhäutige Sklaven. Etablierung des Islam Diesem Luxusleben machten die Kämpfer des Islam ein Ende. 1076 erreichten sie Gana und zwangen die Bewohner zur Übernahme ihrer Religion. Unter der Macht des gestrengen Klerus zerbrachen die freisinnigen Strukturen des Gana-Reiches; mit der Übernahme aller politischen Gewalten aus dem muslimisch geprägten Mali-Land jedoch begann eine Periode, die in der Geschichtsschreibung beider Staaten als die Blütezeit ihrer Kultur gefeiert wird. So besingen noch heute alle ‚Griots‘ (Geschichtenerzähler), selbst der modernste dieser Zunft, Youssou N’Dour, den legendären Herrscher Kankan Moussa, der bei einer Reise nach Mekka 1324 so viele Goldstücke verteilt haben soll, daß der Goldwert dort dramatisch sank und sich erst zwölf Jahre später erholen konnte. Erst mit der Invasion Marokkos gegen Ende des 16. Jahrhunderts, die das Ziel hatte, sich der Goldminen südlich der Sahara zu bemächtigen, leitete sich der politische und wirtschaftliche Untergang ein, den auch die Macht der Königreiche und Fürstentümer, etwa das der Mandinga in Gambia und die der Wolof und der Djolof im Senegal, nicht aufhalten konnte. Lange hatten diese Stämme sich der Islamisierung entziehen können und unbekehrbar nach den Ritualen animistischer Religionen gelebt, doch mit der Entdeckung Westafrikas durch die Europäer, schließlich deren Okkupationen der Länder und die Übernahme des Handels gerieten gewachsene Traditionen ins Hintertreffen – fortan regierten fremde Machtbefugnisse.Der lange Weg von der Sklaverei zur Unabhängigkeit Nur hundert Jahre später begann das dunkelste Kapitel westafrikanischer Geschichte, der Sklavenhandel, schmählichster Ausdruck von Unterdrückung und Ausbeutung. Man weiß nicht, ob es 15 oder 60 Millionen Menschen waren, die von Afrika (so auch von Fort James, Gambia, oder der Ile de Gorée) nach Südamerika, in die Karibik, nach Arabien oder Europa verschifft wurden. Kinder, junge Frauen und Männer, zusammengepfercht und übereinandergestapelt wie das, als was sie angesehen wurden: Waren angesichts dieser unvorstellbaren Qualen und der nach Abschaffung der Sklaverei verhängten Restriktionen während der Kolonisierungen der Länder bleibt nur, den Menschen Bewunderung zu zollen. Bewunderung ob ihrer Lebensfreude, die den Alltag auch unter dem Streß des täglichen Überlebenskampfes bestimmt; Bewunderung ihrer uneingeschränkten Gastfreundschaft wegen, die sie selbst denen entgegenbringen, deren direkte Vorfahren noch bis vor wenigen Jahren ihre ‚weißen Herrscher‘ waren. Denn Senegal erhielt erst 1960 seine Unabhängigkeit, Gambia sogar noch fünf Jahre später.Das Abenteuer der Kommunikation

Wenn Afrikareisende von Westafrika, also auch vom Senegal und von Gambia, sprechen, werden sie wohl kaum das wenige, aus den exzessiven Jagdzeiten der kolonialen Ära übriggebliebene Wild erwähnen – doch sie werden ohne Zweifel von der außergewöhnlich reichen Artenvielfalt der Vogelwelt schwärmen. Sie werden die Galerie- und Bambuswälder entlang des Sénégal- und des Gambia-Flusses schildern, und auch die Baobabwälder in den Savannen. Sie werden versuchen, die Düfte von reifen Mangos, Papayas, von Passionsfrüchten, Ananas, exotischen Gemüsen und von schwerer, fruchtbarer Erde zu beschreiben – und vor allem werden sie in jedem Satz, in jeder Phase ihrer Erzählung von der Freundlichkeit, der Offenherzigkeit, der Gastfreundschaft der Menschen schwärmen, ganz gleich ob derer im Senegal oder in Gambia. Da geschieht es, daß man auf dem Markt in ein Gespräch über Kindererziehung oder Politik verwickelt wird und sich schon – Experte oder nicht – zum gemeinsamen Mittagessen hinter dem Stand eingeladen sieht. Derart integriert, gibt es keine Geheimnisse mehr, alle Themen des Lebens müssen unter dem neuen Aspekt, den der eben noch Fremde mit einbringt, diskutiert werden. Dabei geht es für Mitteleuropäer ungewohnt temperamentvoll zu.

Keiner der Einheimischen wird mit seiner Meinung hinterm Berg halten – also erwartet man das gleiche von dem Urlaubsgast. Man braucht nur wenig Mut, sich der Aufforderung dieses Kommunikationsabenteuers zu stellen. Genau so wenig Mut, wie notwendig war, die schützenden Hotelmauern zu verlassen und einen Markt, ein Dorf, eine Landschaft Senegals oder Gambias zu besuchen. Die Angebote der lokalen Tour-Unternehmer sind reichhaltig, doch sollte man sich an jene halten, die vom Hotel klassifiziert sind: Die Gefahr, mit unzureichend ausgerüsteten Veranstaltern mitten im Land ’sitzen zu bleiben‘, ist nicht aus der Luft gegriffen. Sich ausschließlich auf den Rat seriöser Autoverleiher und Safariveranstalter zu verlassen, ist bei der Planung einer Exkursion über Land auf eigene Faust ein Muß. Zwar sind die touristischen Infrastrukturen nach denen der Elfenbeinküste die im westlichen Afrika am höchsten entwickelten, doch werden allein die allerorts maroden Straßenverhältnisse keinem europäischen Vergleich gerecht. Ohne Vierradantrieb geht gar nichts, und ohne Campingerfahrung auch nicht – doch wer es einige Tage ohne Dusche, kaltes Bier und elektrischen Strom aushalten kann, dem wird sich ein faszinierendes Stück Afrika erschließen, das zu besuchen sich natürlich der grandiosen Landschaften wegen lohnt, ja, und auch der Flora und Fauna, aber erst recht der Menschen wegen. ‚Taranga‘ – Willkommen in Gambia und im Senegal.
0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Kommentar verfassen