Der Förderverein der cubus kunsthalle, Duisburg

15 Jahre cubus galerie, später cubus kunsthalle in Duisburg. Alles beginnt im Jahr 1988. In einem kleinen Ladenlokal auf der Moltkestrasse in Duisburg Duissern wird die galerie cubus gegründet. Aus der kleinen privaten Galerie entwickelt sich schrittweise ein öffentliches Haus, das heute die städtische Kulturarbeit unterstützt und bereichert.

Zunächst auf Zwischenstation in einer ehemaligen Halle der Gebrüder Scholten im Hinterhof zwischen Moltkestrasse und Lutherkirche findet die Kunsthalle ihr Domizil in der Duisburger Innenstadt. Mit dem Umzug der Kunsthalle in den innerstädtischen Skulpturenpark, dem Kantpark, in direkter Nachbarschaft zum Wilhelm Lehmbruck Museum werden die Weichen für ein Projekt gestellt, das positive Akzente für die freie Kulturarbeit in unserer Stadt setzt – und dies – ohne städtischen Etat. 1996 wird der Verein zur Förderung von Kunst & Kultur in der cubus kunsthalle e.V. gegründet, der seither das spannungs- und abwechslungsreiche Programm finanziell unterstützt.

Rückblick

Das Gebäude, das heute die cubus kunsthalle beherbergt, blickt auf eine spannungsreiche Geschichte zurück und steht für den kulturellen Aufbruch unserer Stadt. Mit diesem bundesweit ersten Stadtbüchereineubau nach dem 2. Weltkrieg setzt sich die sogenannte „Kulturfraktion“ durch, Duisburger Politiker, die damit in den 1950er Jahren den Nährboden für kulturelle und geistige Strömungen im Kantpark fordern und durchsetzen. Unter ihrer Egide wird auch das Stadttheater ausgebaut und auf den Trümmern der Tonhalle die Mercatorhalle errichtet. Nachdem die Stadtbibliothek zur Düsseldorfer Straße zieht, etabliert sich das Niederrheinische Museum im Kantpark. Als wiederum das Museum zur Speicherlandschaft des Innenhafens wechselt, dient das Haus der Denkmalpflege zur Aufbereitung der Duisburger Ausgrabungen. Im Zuge des Erweiterungsbaus des Wilhelm-Lehmbruck-Museums beschließt der Rat der Stadt Duisburg den Abriss des Gebäudes. Es fehlt nicht nur ein kulturelles Nutzungskonzept auch können in Anbetracht fehlender Mittel Instandsetzung und Unterhaltung nicht gewährleistet werden. Erst durch die Zusicherung seitens der cubus kunsthalle, kostenneutral für die Stadt Duisburg zu arbeiten, konnte das Gebäude erhalten und so gerettet werden.

Und heute befinden wir uns erneut inmitten eines Aufbruchs. Ein Aufbruch, der wieder eine aktive Kulturfraktion benötigt, um ein kultureller Aufbruch zu werden. Doch diesmal ist der Kulturbetrieb doppelt betroffen. Zum einen leidet er unter der leeren Stadtkasse, zum anderen droht der Verfall geistigen Gutes unter dem permanenten globalen Vergnügungs- und medialen Berieselungskonsum. Der dadurch hervorgerufene Bildungsverlust schlägt sich nicht nur in der vielzitierten Pisa-Studie, sondern auch zunehmend in schwindenden Besucherzahlen in Theater, Oper und Museen nieder. Was tun? ‚Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten‘, so drückte sich einst Karl Kraus inmitten der von ihm durchlebten kulturellen Krise aus. Wo ist die starke Kulturfraktion, die mit Engagement die Fahne der Kultur hoch hält? Wo ihre Mitstreiter? Eigeninitiative ist geboten, und Duisburg benötigt bürgerschaftliches Engagement mehr denn je. Ist es immer nur eine Frage des Geldes? Eines ist gewiss: Kultur bieten, ohne städtische Zuschüsse, ist und bleibt ein beschwerlicher Weg, wenn man bedenkt, dass nicht nur ausstellungsbedingte Kosten, sondern auch Personalkosten aufgebracht werden müssen. Doch gewiss ist auch, dass Geld nicht alles ist. Wenn gute Ideen, Überzeugung und Enthusiasmus fehlen, dann ist Geld wenig nutzvoll. Das Materielle kann immer nur Vehikel für Geistiges sein und beides muss in einem richtigen Verhältnis zueinander stehen. Auch dies zeigt die Entwicklung der cubus kunsthalle.
Aufbruch – und der Umzug der Kunsthalle in den Kantpark im Jahr 1995 darf als Aufbruch bezeichnet werden – Aufbruch, hat immer etwas mit Engagement und Überzeugungen zu tun. Für Überzeugungen lohnt es sich zu kämpfen, persönliche Vorteile sollten da, wo es um das Gemeinwohl geht, eine untergeordnete Rolle spielen. Diese Tugenden dürfen in unserer materiell geprägten und konsumgeschwängerten Zeit nicht untergehen. Die cubus kunsthalle und die an ihr beteiligten Bürger und Unternehmen haben in diesem Sinne Zeichen gesetzt.

Um das traditionsreiche Gebäude im Kantpark zu retten, gründet die in Duisburg geborene Kunstwissenschaftlerin Dr. Claudia Schaefer zunächst eine GmbH & Co KG. Die Einlagen der heute ca. 50 Kommanditisten sowie zahlreiche Sponsorleistungen Duisburger Firmen helfen den umfangreichen Umbau zu finanzieren. Und dieser Weg, der zwar nicht immer leicht war, zeichnet sich als der richtige ab: Nach einer halbjährigen Umbauphase kann das Haus wieder der Öffentlichkeit und der Kultur zugeführt werden.

Dennoch mit dem Erhalt des Gebäudes ist erst eines der Ziele erreicht. Jetzt muss das Haus mit kulturellem Leben gefüllt werden. Zu diesem Zweck gründet sich 1986 ein gemeinnütziger Förderverein, der durch eine aktive Spenden- und Sponsorenaquise die zahlreichen Projekte möglich macht.
Die cubus kunsthalle präsentiert bewusst keine Kunst im Elfenbeinturm, sondern bietet einen grenzübergreifenden Austausch, einen Ort für Begegnungen mit bildender Kunst und Musik. In diesem Zusammenspiel ist es gelungen, neue Bevölkerungskreise für die Kultur zu interessieren, Schwellenängste abzubauen und so aktiv am Strukturwandel der Region teilzunehmen. Das Konzept geht auf und schlägt sich in stetig steigenden Besucherzahlen nieder, die sich mittlerweile bei ca. 40 000 Besuchern jährlich einpendeln. Mit diesen Zahlen braucht sich die cubus kunsthalle nicht hinter den öffentlich geförderten Museen zu verstecken.

Damit das Programm für möglichst viele Bevölkerungsgruppen interessant gestaltet werden kann, sucht die cubus kunsthalle Kooperationen mit Institutionen und freien Veranstaltern. So konnte in Kooperation mit der König Brauerei eine Konzertreihe unter dem Begriff cubus culture club initiiert werden. Das Programm wird von dem Duisburger Kulturschaffenden Norbert Knabben organisiert. Die einmal jährlich organisierten Kinder-Mit-Mach-Ausstellungen werden u.a. durch das Traditionsunternehmen, der Haniel & Cie GmbH, unterstützt und erfreuen sich eines überaus großen Zuspruchs innerhalb der Duisburger Schulen.
Aufbruch, ist ein Zustand, der nicht enden darf. Und so will die cubus kunsthalle nach 15 Jahren nicht stehen bleiben, sondern weiterhin eine kulturelle Plattform für Künstler und Bürger unserer Stadt bieten.

Nicht die Stadt kreiert ihre Bürger, sondern die Bürger kreieren ihre Stadt. Und so kann jeder kunstinteressierte Bürger, jedes ansässige Unternehmen dabei helfen, Duisburg als Kulturstadt zu positionieren und ist willkommen an dem Projekt cubus kunsthalle mitzuwirken. Werden auch Sie Mitglied im Förderverein oder unterstützen Sie die Kunst durch eine Spende. Sprechen Sie uns einfach an.