Kuriositäten-Kabinett

derWesten.de | 26.11.2010 (Anne Horstmeier)

Erotische Eier, gehäkelte Stühle und eine Ausstellung in der Ausstellung: Der Kunstmarkt in der Cubus-Kunsthalle im Kantpark kommt in diesem Jahr besonders kurios daher.

Über 50 Künstler aus Duisburg und Umgebung haben jeweils rund zwei Quadratmeter Platz, um bezahlbare Kunst an den Kunden zu bringen – und viele bestücken ihren Raum mit vielen Werken. Die sind logischerweise kleinformatig und insofern gibt es bis zum 16. Januar unheimlich viel zu sehen (und kaufen).

Nachdem die „Duisburger Sezession“ gerade im Cubus zu Gast war, haben Claudia Schäfer und Evangelos Koukouwitakis diesmal mehr junge Künstler eingeladen, die ihre Arbeiten zum ersten Mal auf dem Kunstmarkt präsentieren. Darunter Petra Anders, die Hühnereier im japanischen Stil bemalt: mit Landschaften, aber auch mit „Shungha“-Motiven, also erotischen Szenen.

Neu auch Mareike Engelke, die auf ihrem Wandstück ein Sammelsurium von Zeichnungen und Collagen aufgehängt hat – kleine Leinwände, Untersetzer, Papierarbeiten. Dabei zählt sie in „Staukuss“ auch den Horror des Autofahrers auf: A 3, A 40, A 42, A 59.

Überhaupt findet sich viel Ironisches, Humorvolles, Surreales und Skurriles auf dem Kunstmarkt ein. Wie die wundersame Kunst- und Wunderkammer „Kelbassas Panoptikum“: Detlef Kelbassa und Corinna Kuhnen zeigen in einem kleinen Nebenraum der Kunsthalle die Ergebnisse ihrer Erforschung von „zoobotanischen biomorphen Phänomenen und Lebensformen“. In Fotografien dokumentieren sie die ersten Entdecker solcher pflanzlich-tierischen Wesen, sie zeigen selbst geborgene Artefakte aus dem Ruhrtal oder von Industriebrachen, die seltsame rostfarbene Formen annehmen, es gibt „Lügensteine“ und „Original-Fälschungen“. Sogar eine Mythologie haben Kelbassa und Kuhnen in dieser fantastisch-fremden Welt entdeckt: Diese surrealen Pseudo-Radierungen, deren Ästhetik sich zwischen alten Stichen und historischen Postkarten bewegt, erzählen „Die Geschichte der K.“ – wundersam wie dieses ganze Raritätenkabinett.

Von einer ganz anderen Seite zeigt sich Susan Feind: Im letzten Jahr hatte sie Fotografien der alten Mercatorhalle ausgestellt – in diesem Jahr zeigt sie neben gehäkelten Stühlen auch durchsichtige Dosen, in denen Stühle aus Papier stecken.

Ironisch kommentiert Angelika Stienecke in ihrem Asphaltlack-Bildern „Home sweet Home“ die Heimeligkeit des Zuhauses. Sehr ungewöhnlich sind die Frauenakte von Claudia Spers, in denen sie Fotografie und Fundstücke zusammen bringt.

Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Am 4. Adventssonntag, 19. Dezember, 18 Uhr, präsentieren die Sängerin Judy Rafat und der Pianist Thomas Rückert ihre „Swinging Weihnachtsgala“ mit amerikanischen Liedern – von „I’m Dreaming of a White Christmas“ bis hin zu Titeln der neuen CD „Round About Midnight“. Karten in der Kubus-Kunsthalle und unter der Rufnummer s0203/26236.

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