„Bananensprayer“ bei cubus

Rheinische Post Duisburg | 22.01.2010 (Ingo Hoddick)

Duisburg (RP) Viele Menschen haben schon einmal eine gesprayte Banane an einem Museum oder einer Galerie gesehen. Hier in Duisburg ist auch das Haus in Ruhrort mit der Bananen-Fassade bekannt.

Jetzt ist in der cubus-kunsthalle im Kantpark (an der Friedrich-Wilhelm-Straße 64) noch bis zum 14. März eine Einzelausstellung mit etwa 40 Werken des 1960 in Rheinberg geborenen Thomas Baumgärtel zu sehen, der mit dem Namen „Bananensprayer“ signiert. Seit über 20 Jahren ist die wichtigste Aktion seiner hintergründig-humorigen Irritation die kostenlose „Auszeichnung guter Kunstorte“ mit einer gesprayten Banane. Museen und Galerien könnten sich auch wieder disqualifizieren, etwa durch schlechten Umgang mit Künstlern oder mit schlechten Ausstellungen, erklärte Baumgärtel gestern gegenüber der Presse: Dann bekommen sie von ihm eine explodierende Banane gesprayt.

2001 realisierte der „Bananensprayer“ ein Fassaden-Wandbild in Ruhrort, an der Karlstraße 28, dem Firmenhaus des renommierten Malermeisters und Kunstsammlers Dieter Siegel. Die Kulturhaupstadt Ruhr 2010 lehnte Baumgärtels Projekt „100 Bananen für das Ruhrgebiet“ ab, so kam es zu der Werkschau jetzt bei cubus. Inzwischen nimmt Baumgärtels Banane auch die Form von Logos und anderen Ikonen an, zum Beispiel als Friedenstaube oder Bundesadler. Der Titel der Ausstellung „Phoenix aus der Asche“ kommt von Baumgärtels Projekt, auf einem stillgelegten Hochofen auf dem Gelände Phoenix-West in Dortmund in 65 Meter Höhe eine gigantische Stahl-Banane zu errichten.

Das Ruhrgebiet (mit dem Symbol „Hochofen“) und die Kunst (Symbol „Banane“) sollen eine fruchtbare Verbindung eingehen. Die Kosten werden auf eine Viertelmillion Euro geschätzt. Für 1000 Euro kann man Pate werden, dafür bekommt man eine Patenschaftsurkunde „Ruhrbanane“, ein vom Künstler handgesprühtes Leinwandbild „Phoenix-Banane“, den Eintrag auf der Projekt-Homepage und im Ruhr-Kunstorte-Führer sowie Einladungen zu Events zum Projekt.

 

Zum Artikel auf rp-online.de

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Kommentar verfassen