„ReNatur“ – Termin folgt.

Liebe Kunstfreunde und Freunde der cubus kunsthalle, duisburg,

der genaue Veranstaltungstermin der nächsten Ausstellung ReNatur steht aufgrund der anhaltenden Pandemieverordnungen und -entwicklungen noch nicht fest, wird aber rechtzeitig bekannt gegeben.

Nach dem Kunstmarkt wird dies die nächste Ausstellung in unserem Hause sein. Wir hoffen im April/MAi 2021.

Die nächste Ausstellung steht unter dem Oberbegriff „Kunst im Anthropozän“, eine Aussstellungsreihe, die mit der Ausstellung ReNatur ihren Anfang nimmt.

 

ReNatur . Kunst im Anthropozän

Hugo Boguslawski Matthias Brock Werner Constroffer Joachim Ickrath Min Clara Kim André Mailänder Jörg Mathias Munz Roman Redzimski Lars Reiffers • Elizabeth Weckes

 

 

Mit Anthropozän wird seit einiger Zeit unser jüngst angebrochenes Zeitalter definiert. Der durch die Geologie eingeführte Begriff bezieht sich auf eine neue Epoche der Weltgeschichte, der mit den zahlreichen durch Menschen hervorgerufenen Auswirkungen auf das Weltgeschehen notwendig geworden ist. Keine Entwicklung hat unsere Erde so eingehend transformiert, wie die menschliche. Die Renaturierung von Kohlehalden, um die es in diesem ambitionierten Ausstellungsprojekt ReNatur geht, also der Renaturierung von Hinterlassenschaften unserer Industrialisierung, ist dabei nur ein kleines Element in Anbetracht von weiteren naturvernichtenden profit- und genussorientierten Entwicklungen und diverser menschlichen Fortschrittsgedanken. Auswirkungen der jüngsten Menschheitsentwicklung seit der Industrialisierung sind z.B. die Übersäuerung der Ozeane sowie das Artensterben, die Artenwanderung, die Verdrängung natürlicher Vegetation durch landwirtschaftliche Monokulturen, die Industrialisierung der Fleischproduktion, die Kohlendioxidkonzentration, um nur einige zu nennen. Auch die Ausbreitung von Krankheitserregern wird als Beispiel für die Transformation des Planeten durch den Menschen im Anthropozän angeführt. Sie wird gefördert durch zivilisationsbedingte Übertragungswege – eine leichtere Übertragung und auf den Menschen (Zoonose) infolge menschenbedingter Veränderungen von Ökosystemen sowie eine beschleunigte globale Ausbreitung durch Langstreckenflugreisen. Von einer dramatischen Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die aktuelle COVID-19-Pandemie.

Warum beziehe ich mich darauf? Vom kunstwissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, sehen wir durch die über 250 im Hause der cubus kunsthalle veranstalteten Ausstellungen, rückblickend auf über 30 Jahre, dass sich künstlerische Inhalte mehr und mehr wandeln. Die Arbeiten beziehen sich zunehmend auf die Themen Umwelt und Natur, sind fokussierter, stringenter und konzentrierter in ihrer Entwicklung künstlerischer Perspektiven auf die aktuellen Probleme unseres Planeten.

Mittlerweile unterscheidet man bereits zwischen vor- und postindustrieller Kunst, und interessanter Weise ist eine aktuelle Konzentration auf ‚der Natur hingewandte‘ Themen bei vielen Künstlern auf der ganzen Welt festzustellen. Dies mag vermutlich eng mit den zunehmenden Kenntnissen und Auswirkungen über die Zusammenhänge im Anthropozän und dem Bewusstsein der Künstler darüber zusammenhängen.

Dies wirft eine weitere Frage auf: Ist es an der Zeit, die Kunstentwicklung unter dem besonderen Gesichtspunkt des anthropozänen Zeitalters zu untersuchen? Gibt es eine anthropozäne Kunstausrichtung? Gibt es im 21. Jh. eine Annäherung der beiden lange Zeit diametral gegenüber stehenden Polen ‚Natur‘ auf der einen und ‚Kultur‘ auf der anderen Seite? Wird die Kultur zunehmend Teil der Natur, oder vielmehr umgekehrt?

Vor diesem Hintergrund sieht die cubus kunsthalle duisburg in dem Ausstellungsprojekt ReNatur eine wichtige Auseinandersetzung generell mit dem Thema und konkret mit der ruhrgebiets- wie saarland-typischen Auseinandersetzung mit Renaturierungsprojekten und künstlerischen Haldengestaltungen.

Zwei Saarländer – der langjährige Galerist und Kurator Werner Redzimski sowie der Maler Jörg Mathias Munz – sind Initiatoren und Ideengeber des ReNatur-Projektes. Ihrem Kontakt zu Jörg Sämann aus dem Saarbrücker Kultusministerium ist es zu verdanken, dass das Konzept der RAG-Stiftung vorgestellt und letztlich verwirklicht werden konnte. Redzimskis und Munz‘ Grundvorstellung einer gleichsam ästhetischen Verknüpfung der Bergbau-Regionen Saarland und Ruhrgebiet spiegelt sich in der Auswahl der Künstler: Fünf Saarländer und fünf Künstler aus NRW beschäftigen sich jeder individuell und in verschiedenen Medien mit dem Thema. Das Spektrum der ausgestellten Werke reicht von Formen der abstrakt-strukturellen Malerei über verschiedene figurative Tendenzen bis hin zu Film und Fotografie.

 

Wir danken im Namen aller beteiligten Künstler der RAG-Stiftung, dem Ministerium für Bildung und Kultur – Saarland, der Saarland-Sporttoto GmbH, der URSAPHARM – Arzneimittel GmbH, Dr. Theis – Naturwaren sowie den ERGO Versicherungen GmbH für die großzügige Unterstützung des gesamten Projekts und der Ausstellung in unserem Hause.

 

 

Lars Reiffers, „miner lamp“, 2020 Öl/Leinw. 140×160 cm: 

 

Werner Constroffer: o.T., Acryl auf Papier, 70 x 100 cm:

 

Joachim Ickrath: ohne Titel, Acryl auf Leinwand, 60 x 60 cm:

 

André Mailänder: Motiv3 aus der Serie -Neue Landschaft-, 2016-2020,
Chromogenic print, Diasec Face, 150 x 203 cm:

André Mailänder für Projekt ReNatur

 

Jörg Munz: Halde 8, 2020, Öl auf Leinwand, 150 x 120 cm:

 

 

Roman Redzimski: Sceenshot des Filmprojektes „ReNatur“:

 

weitere Infos hier: https://renatur.art

Matthias Brock, “Mondnacht”, 2021
Min Clara Kim, „Shiva, öffne Deine Augen“, 2020, Öl auf Nessel auf Holz, Installation ca. 110 x 290 cm
Elisabeth Weckes, “State of Transformation”, 2020-21, 160 x 290 cm
Hugo Boguslawski, „Restlicht (Halde) III“, 2013, 140 × 100 cm

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