Sommerausstellung * 25.7. – 16.8.2015 * Günter Thorn. Roter, blauer und gläserner Raum.

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Nach der ersten Sommerausstellung mit Werken des Duisburger Bildhauers Roger Löcherbach, zeigt die cubus kunsthalle vom 25.7. bis zum 16.8. neue Arbeiten von Günter Thorn.
Die Arbeiten roter, blauer und gläserner Raum zeigen erstmalig Tuschezeichnungen auf Leinwand, die inhaltlich anknüpfen an Thorns bevorzugtes „Höhlenthema“. Die jeweils roten und blauen Raumarbeiten sind nicht nur als Ensemble zu sehen, die einen Raum bespielen, sie bieten auch in sich eine Auseinandersetzung mit räumlicher Gestaltung. Farb– und Raumperspektive finden in jeder einzelnen Arbeit Eingang, wie die uns immer noch in hohem Maße bestimmbaren archaischen Bewusstseinszustände.
Neben der Tuschezeichnung ist Günter Thorns bevorzugter Werkstoff Glas. Ein Werkstoff, der uns allenthalben im alltäglichen Leben begegnet wird durch ihn zum künstlerischen Material, mit dem er ephemere raumbezogene zerbrechliche Installationen von poetischer Wirkung schafft. So empfängt uns seine neue Glasarbeit „Mona Lisa“ direkt am Eingang: eine Glasscheibe mit Abstandshalter direkt an der Wand befestigt. Nichts erinnert an das bekannteste Bild Leonardo da Vincis, nichts, außer die Maße der Arbeit. Niemand denkt an die relativ überschaubaren Maße des größten Kunstwerks der Welt, vor der Arbeit Günter Thorns erst werden wir uns dieser Tatsache richtig bewusst.
Thorn macht das Unsichtbare sichtbar: das Unsichtbare als die Gesamtheit der immateriellen oder geistigen Dinge bis hin zum geheimnisvollen Stoff der Zeit selbst, die in ihrer Unsichtbarkeit und Immaterialität nichts anderes als das große Reich des Nichts ist, wie es uns schon aus der Leonardo-Zeit, der Renaissance, ans Ohr dringt. Wenn dieses Nichts der Zeit jenes Immaterielle ist, das einerseits örtlich existiert, aber ohne andererseits wiederum Raum einzunehmen, so wird es dort der Träger jener Energie sein, welche die Welt, die Punkte, die Konturen zueinander in geheimnisvolle Bewegung setzt und in all dem durch die Oberflächen hindurch, von welchen die Körper umkleidet sind, den Glanz einer unendlichen und ewigen Schönheit sichtbar macht.
Das Tor, das in der Menschheitsgeschichte seit Stonehenge bis in unsere Gegenwart die Schwelle von einer Welt zur anderen darstellt, ist in Thorns Werk ein sich häufig wiederholendes Zeichen, ein Topos für den Ort der Transgression, des Hinübergehens. Er selbst sagte dazu 1985 in einem Interview: „Eine Tür reizt die Phantasie“, doch „selbst ein offenes Tor bildet eine Barriere, die man nicht so leicht überwindet. Mich interessiert das Überschreiten bestimmter Grenzen, ob im physikalischen oder psychischen Bereich“.
Die Räume, die er mit seinen Installationen aus Glas und sogenannten „armen“ Materialien auf Zeit schafft, sie sind für uns ein abgeschlossener Kosmos, ein „hortus conclusus“ sogar, eine Seelenlandschaft, deren Energieströme den Betrachter erreichen, und das, obwohl der Zugang ins Innerste ihm physisch und psychisch aus einem intuitiven Gefährdungsgefühl heraus versperrt bleibt. Wann immer wir einer Installation von Thorn begegnen, werden wir feststellen müssen, dass wir auf Grenzen und Hindernisse stoßen. Aus einem Grundstoff des Gegensätzlichen, sei es in den Materialien: Glas im Gegensatz zum natürlich gewachsenen Holz, sei es in den physikalischen Beziehungen: Labilität im Gegensatz zur Stabilität,- Offenes im Gegensatz zum Verschlossenen,- Anziehung im Gegensatz zur Abstoßung,- Bewegung im Gegensatz zur Ruhe: aus diesem Gegensätzlichen führt er uns heraus, über es hinaus in eine neue Welt hinter dem Horizont, ganz und gar harmonischer RaumOrganismus aus bewegter Seele und ihrem geheimnisvollen Zentrum.
Die cubus kunsthalle lädt alle Interessierten herzlich ein, sich die Arbeiten fr-so von 14-18h anzuschauen.
Der Eintritt ist frei

Auszug aus der Rede von Dr. Susanne Höper-Kuhn, Kunsthistorikerin, Düsseldorf
anläßlich einer Ausstellung Günter Thorns in der cubus kunsthalle, duisburg im März 2011

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