Petra Sabine Anders

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1984 – 2003       Souffleuse an dem Theater Mannheim, Essen, Bremen, Oberhausen, Ruhrfestspiele                               Recklinghausen.  Autodidaktisches Studium im Malen und Zeichnen durch
Skizzieren von Probeszenen  am Theater.

Seit 1992            Einzel und Gruppenausstellungen in Bremen, Essen, Duisburg, Hattingen und Arcen
(Niederlande)

2001 – 2003      Gestalten von Theaterpublikationen u.a. Angewandte Malerei im Bereich Theater,
Innengestaltung und Messen- u. Ausstellungsbau.
Seit 2004            Selbstständig als freie und angewandte Malerin

2005                    Gründung des Kunstquartiers zusammen mit Christina Böckler in Duisburg. Diverse
Ausstellungen im Kunstquartier, Teilnahme am Kunstmarkt in der cubus kunsthalle

2006                    Teilnahme an der Ausstellung „Abseits“ in der cubus kunsthalle

Kurt Budewell

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ist am  15.6.1924 in Duisburg geboren  –  2007 gestorben.

Besuch der Volksschule in Duisburg und Berlin

1938 bis 1941 Lehre als Plakatmaler.

Ab März 1942 Soldat in Russland und Italien.
Im Juni 1944 verwundet und in Kriegsgefangenschaft bis November 1947.

1948 – 1949  Besuch der Werkkunstschule Krefeld,
danach als freier Grafiker tätig.

1954 – 1956 als Assistent bei P.I. Breuer in Köln.
Später als Grafiker in einer Werbeagentur in Krefeld

1958 als Maler und Grafiker freiberuflich tätig

Lebte und arbeitete bis zu seinem Tod in Duisburg.

Otto Piene – Themen & Projekte II

Themen & Projekte II

25.4. – 29.6.2008
1

Die Ausstellung knüpft an die Ausstellung des Jahres 2001 in der cubus kunsthalle, duisburg an, in der die Pläne zur jüngst realisierten Lichtinstallation GELEUCHT auf der Halde Rheinpreussen, Moers erstmalig vorgestellt wurden.

Anläßlich seines 80 jährigen Geburtstags widmet die cubus kunsthalle Otto Piene eine Einzelausstellung mit Zeichnungen, Malereien und einem Lichtraum.

Anläßlich des Sommerfestes des Bundespräsidenten wird Otto Pienes Geleucht, für die Halde Rheinpreussen öffentlich vorgestellt und die Initiative des von Herrn Dr. Gappa gegründeten Fördervereins, der die Realisierung bewerkstelligt hat, gewürdigt. Die cubus kunsthalle und ihre Ausstellung im Jahr 2000, im Rahmen derer das Projekt erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war daran nicht ganz unschuldig. Lernten sich doch hier Künstler und Realisator erstmalig persönlich kennen. Daher freuen wir uns sehr über die Auszeichnung durch den Bundespräsidenten.

Am Sonntag, dem 29.6.2008 wird Piene noch einmal seine Ausstellung THEMEN & PROJEKTE II persönlich besuchen. Ein willkommener Anlaß, ihm zum Erfolg seiner Idee zu gratulieren.
Vielleicht haben Sie ja Zeit, und Lust ihn am letzten Tag der Ausstellung hier zu treffen.

Wir würden uns über Ihren Besuch sehr freuen.

2Die cubus kunsthalle, duisburg freut sich mit dieser Ausstellung dem Künstler Otto Piene anlässlich seines 80. Geburtstags eine Einzelausstellung widmen zu können, die einen Überblick über sein vielseitiges Oeuvre vermittelt.

1957 gründete Otto Piene gemeinsam mit Heinz Mack in Düsseldorf die später international einflussreiche Künstlergruppe ZERO (Nullpunkt der Kunst), der sich 1961 auch Günther Uecker anschloss. Die bei der Gründung der Gruppe „ZERO“ vorherrschende Idee war ein von der Ebene „Null“ ausgehender kompletter Neubeginn in der Malerei und die Einbeziehung in das künstlerische Schaffen von Licht (und Schatten), sowie – für Piene – auch von Feuer.

Im Jahr 1959 entwarf Piene unter Bezugnahme auf elementare Naturenergien Lichtballette und Rauchbilder. Die Praxis der Rauchbilder führt er bis heute fort. Er experimentierte außerdem mit Multimedia-Kombinationen (1960). Bekannt ist Piene insbesondere durch das Lichtballett und weitere lichtkinetische Arbeiten. Außerdem schuf er aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit Licht und Bewegung Luft- und Lichtskulpturen.

„ZERO“ bestand neun Jahre, die Ideen aus der Gruppierung bestimmten zahlreiche Entwicklungen, die die Kunst in der 2. Hälfte des XX. Jahrhunderts beeinflusst hat. Nicht nur die  Lichtkunst, Sky Art, die künstlerische Holografie, auch die Interaktion zwischen dem Kunstwerk und dem Betrachter, die Relation zwischen Bewegung, Raum und Fläche fanden hier ihre Anfänge. Piene hat diese Ideen konsequent weiterverfolgt und war auch vor diesem Hintergrund von 1974 bis 1994 Direktor des „Center for Advanced Visual Studies“ (CAVS).

Die Ausstellung knüpft an die Ausstellung des Jahres 2000 in der cubus kunsthalle, duisburg an, in der die Pläne zur jüngst realisierten Lichtinstallation GELEUCHT auf der Halde Rheinpreussen in Moers erstmalig vorgestellt wurden. Neben Fotografien zum GELEUCHT zeigt Piene aktuelle Arbeiten aus der Serie ANTHROPOMORPHE ARCHITEKTUR und gestaltet einen Lichtraum.

Dr. Claudia Schaefer, cubus kunsthalle, duisburg

 

Ausstellungseröffnung am Feitag, dem 25.4.2008 um 20°° Uhr:

3Begrüßung: Dr. Claudia Schaefer, cubus kunsthalle, duisburg

Grußworte der Stadt Duisburg: Doris Janicki, Bürgermeisterin der Stadt Duisburg

zur Ausstellung spricht:  Dr. Stephan von Wiese

zum GELEUCHT spricht: Dr. Konrad Gappa, Vorsitzender des Förderkreises Landmarke Grubenlampe e.V.

RheinBrücke (Boguslawski – Brock – Kim – Weckes)

Gruppe für gegenständliche Malerei

13.3. – 10.4.2008

Min Clara Kim , Hugo Boguslawski (Düsseldorf)
Elisabeth Weckes , Mathias Brock (Köln) 

Weitere Ausstellung (2009)

www.rhein-bruecke.com

“Kunst macht sichtbar, indem sie die Wirklichkeit wirklich abbildet.”

Dies ist die Antwort der Künstlergruppe RheinBrücke auf das bekannte Diktum Paul Klees:
“Kunst bildet die Wirklichkeit nicht ab, Kunst macht sichtbar.”

Die Künstler der RheinBrücke gehen davon aus, dass das Unsichtbare in der Tiefe des Sichtbaren offenbar wird. Die Malerei ist wie kein anderes Medium imstande, diese Tiefe auszuleuchten, wenn sie wirkliche Malerei ist, d.h. wenn sie ihr Material nicht zum Fetisch macht, sondern vergeistigt. In diesem Falle sind ihre Möglichkeiten, geistige und seelische Räume zu eröffnen, unbegrenzt.

Dazu ist allerdings beim aktuellen Zustand dessen, was sich als Malerei bezeichnet, eine Rückgewinnung verlorengegangener Qualitäten nötig: Klärung der Formen in ihren stofflichen und räumlichen Dimensionen ohne Abhängigkeit von fotographischen Vorbildern, Detailgenauigkeit auf der Basis eines einfühlenden, Sicht- und Tastbares kongenial umsetzenden Duktus, eine den Bildgegenständen und ihrer Inszenierung angemessene vitale und differenzierte Farbigkeit, schließlich eine variable und spannungsreiche Komposition, die sich nicht selbst zum Thema macht, sondern Vermittlerin inhaltlicher und formaler Substanz ist.

Die Gegenstände der Malerei geben, indem sie auf diese Weise zu Bildern werden, Kunde von ihrem Eigenleben, ihrem Wesen, ihrer beständigen und rätselhaften Fremdheit.

Im Rahmen dieser Vorstellungen entwickelt jeder der vier Künstler seine persönliche Handschrift gegenüber einem individuellen, im Fluss befindlichen bildnerischen Kosmos. 

Während Min  Clara Kim durch Reduktion auf das Wesentliche nach dem Symbolgehalt und einer universell lesbaren  Formensprache forscht, und einfachen Dingen ihre verborgenen Geschichten entlockt, sucht Hugo Boguslawski nach Symmetrien, Rhythmen und Strukturen, die dem Organischen innewohnen und codiert die Gegenstände auf Basis von Abstraktionen neu.

Min Clara Kim, Rabenfreunde 2003
Min Clara Kim, Rabenfreunde 2003, je 180 x 110 cm


Hugo Boguslawski, bomb 2005, 20 x 20 cm

Elisabeth Weckes seziert und arrangiert, verfremdet Beobachtetes und lädt ihre Bildwelten so surreal auf, Mathias Brock schließlich hebt einen Schatz voller barocker Pracht, indem er den Stofflichkeiten der Dinge nachgeht und eine Welt von Werden und Vergehen in all ihren sensuellen Qualitäten auf die Leinwand bringt.

Elizabeth Wecke,  Agenten II 2006, 120 x 125 cm

Matthias Brock,  Frühlingserwachen 2005, 70 x 80 cm

 

Durch die Gründung der Künstlergruppe RheinBrücke im Jahr 2006 manifestiert sich das gemeinsame Anliegen einer qualitätsvollen Malerei, als deren Spielarten die individuellen Ausprägungen umso expliziter behauptet werden.

Alle vier Künstler haben an der Kunstakademie Münster in der Malklasse von Prof. Hermann-Josef Kuhna studiert. Min Clara Kim und Hugo Boguslawski betreiben seit 2002 in Düsseldorf, Elisabeth Weckes und Mathias Brock seit 1995 in Köln ihre Ateliers.
Bereits seit Studienzeiten stellen die vier Maler in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland aus. Ihre Bilder sind in mehreren öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Kontakt: die.maler@rhein-bruecke.com
Weiterführende Informationen finden Sie auf :www.rhein-bruecke.com, sowie auf den einzelnen Webseiten der Künstler.

Kunstmarkt 2005

| 4.12.2005 – 8.1.2006  
Kunstmarkt2005
  ·Holger Albertini ·Petra Sabine ·Anders Friederike Berchem ·Christina Böckler ·Klaus-Dieter Brüggenwerth ·Chinmayo ·Barbara Deblitz ·Jochen Duckwitz ·Annette Erkelenz ·Karin Habermann ·Fritz Josef Haubner ·Elisabeth Höller ·Friederike Huft ·Inga Jockel ·Susanne Kamps ·Michael Kiefer ·Hermann-Josef Kuhna ·Hermann Kurz ·Evangelos Koukouwitakis ·Wolf Lipka ·Gerhard Losemann ·Roger Löcherbach ·Josef Müller ·Wulf Nolte ·Wolfgang Pilz ·Andrea Pöter ·RABE Rainer Bergmann ·Andreas Richter ·Eckhard Rosenau ·Ditmar Schädel ·Günter M. Schirmer ·Manuel Schroeder ·Andre Schweers ·Claudia Sper ·Peter Steinebach ·Angelika Stienecke ·Regine Strehlow-Lorenz ·Heinrich Strunk ·Konrad Stüven ·Studio Duisburg ·Johannes Terbach ·Ulrike Waltemathe  
In Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Duisburg, der Sparkasse Duisburg und König Pilsener veranstaltet die cubus kunsthalle bereits im 4.Jahr parallel zum Duisburger Weihnachtsmarkt den traditionellen
Duisburger
Kunstmarkt2005
mit Werken namhafter Duisburger Künstler.
Zur Eröffnung am Sonntag, dem 4.12.2005 um 16.00 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Es begrüßt Sie Frau Doris Janicki, Bürgermeisterin
der Stadt Duisburg
Ab 18.00 Uhr spielt das Jazzquartett Pottel and friends.
Kunstmarktdauer:
4.12.2005 – 8.1.2006
Öffnungszeiten:
mi-so 14.00-18.00 Uhr

Kunstmarkt 2004

KUNSTMARKT 
und Kinder-Mit-Mach-Programm
|10.12. – 31.12. 2004
Zum dritten Mal findet begleitend zum Duisburger Weihnachtsmarkt der Kunstmarkt in der cubus kunsthalle im Kantpark statt. Wieder warten Arbeiten von über 30 vornehmlich Duisburger Künstlern auf ein neues Zuhause. Die Preise liegen auch in diesem Jahr zwischen 50 und 500 €uro. Wer also noch nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk Ausschau hält, kann ab dem 10. Dezember in Ruhe stöbern und fündig werden. Der Kunstmarkt endet wieder mit der legendären Silvesterparty mit Künstlern und kulturellem Begleitprogramm
Die Karten kosten im Vvk 25€ (Ak 30 €) und sind ab sofort in der cubus kunsthalle erhältlich.
Nach der Eröffnung spielt um 21.00 Uhr „the Jazzjerks- Quartett” featuring ABIAH (siehe cubus culture club). 
Erst- und Live-Präsentation der neuen Jazz-Jerks-CD
>> mehr …


Kinder-Mit-Mach-Programm
Wieder bietet die cubus kunsthalle in Kooperation mit dem City-Management Duisburg an den Wochenenden Workshops für Kinder an. Während sich die Kinder künstlerisch in der Kunsthalle ausdrücken, können ihre Eltern ganz gemütlich durch den Kunstmarkt, über den angrenzenden Weihnachtsmarkt oder aber in den umliegenden Kaufhäusern shoppen gehen.
Wer am Wochenende mit seinen Kindern den Weihnachtsmarkt besucht, ist herzlich zu dem Kinder-Mit-Mach Begleitprogramm anlässlich des Kunst- und Weihnachtsmarktes in der cubus kunsthalle eingeladen. In diesem Jahr steht das Thema unter dem Motto kleine und große Engel.
Die Wochenendworkshops finden samstags und sonntags jeweils
von 14.30 bis 16°° Uhr und
von 16.30 bis 18°° Uhr statt
Am Samstag, dem 27. und Sonntag, dem 28. 11. 2004
heißt es:

Kleine + große Engel aus Pappmaché gestalten
Ob als Dekoration oder als Weihnachtsbaumschmuck, wir bauen mit Euch Engel als kleine Plastiken. Wenn Ihr nach Herzenslust Draht gebogen habt, und Euren Engel mit Pappmaché geformt habt, dann könnt Ihr ihn mit Farbe bemalen.
Am Samstag, dem 4. und Sonntag, dem 5. 12. 2004
heißt es:

Engel malen
Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn ihr zu Hause schönes Glitzermaterial (Bonbonpapier, Folienreste, Glimmer etc.) bitte mitbringen.
Am Samstag, dem 11. und Sonntag, dem 12. 12. 2004
heißt es:

Karton-Engel bauen
Naturmaterialien wie Blätter, Steine, Zweige werden vorab gesammelt oder mitgebracht. Ebenfalls wäre es schön, wenn jeder einen ausgedienten Schuhkarton oder ähnliches mitbringen könnte.
Am Samstag, dem 18. und Sonntag, dem 19. 12. 2004
heißt es:

Teig-Engel backen
Wir backen Engel aus Teig. Ihr könnt aber auch einen alten, hartgewordenen Brotlaib mitbringen, den ihr dann zu einem Engel schnitzt.
Außerdem könnt Ihr an einer Kunst-Rallye durch den Kunstmarkt teilnehmen.

ACCROCHAGE

25.1. – 2.3.2008

 

 

 

Otto Piene

Otto Piene
„BERLIN STAR“ kommt nach Duisburg
Sky Art Event mit Otto Piene
|30.6.2001
Ein Projekt der cubus kunsthalle, duisburg
anläßlich des Ruhrorter Hafenfestes 2001
Vor der diesjährigen Sommerpause wartet die cubus kunsthalle noch mit einem Highlight für Duisburg auf. Wie im letzten Jahr (mit der Parade der international bekannten Recycling-Künstlerin MISS LATA) beteiligt sich die cubus kunsthalle auch in diesem Jahr an dem Ruhrorter Hafenfest, im größten Binnenhafen Europas.
Die cubus kunsthalle präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Organisationsausschuss des Ruhrorter Hafenfestes und dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren ein Sky Art Event mit dem renommierten Zero-Künstler Otto Piene. Am 30.6.2001 wird Piene seine größte aufblasbare Plastik BERLIN STAR in den Ruhrorter Himmel stellen und so im diesjährigen Preussenjahr eine symbolische Brücke nach Berlin schlagen.
Einen Überblick auf die von Otto Piene entwickelten Himmelsplastiken gab die Ausstellung THEMEN & PROJEKTE, die vom 11.2. – 26.3.2000 in der cubus kunsthalle, duisburg im Kantpark gezeigt wurde. Während Otto Piene als Mitbegründer der Künstlergruppe Zero (Mack, Piene, Uecker) durch seine Rauch-, Raster- und Feuerbilder sowie seine Lichtballetts der 50er und 60er Jahre weltweit bekannt wurde, sind die Sky Art Projekte, die er vorrangig in den USA realisierte, in Deutschland bekannt. Dabei haben auch sie ihre Wurzeln in der Zero Zeit, liess Piene doch bereits 1961 erste Heissluftballons in Düsseldorf steigen. Weltweit bekannt wurde der aus fünf mit Helium gefüllten 460m langen Polyethylen Schlauchballons bestehende Regenbogen, den Piene als Symbol des Friedens über das Olympia Stadion München spannte und der die Olympischen Spiele 1972 spektakulär abschloss.
Anläßlich des Jubiläums „300 Jahre Preußen“, das nicht nur in Berlin feierlich begangen wird, ist der Standort Ruhrort gewählt worden, um damit die preußische Zugehörigkeit des ehemaligen Herzogtums Kleve und des Ruhrgebiets zu unterstreichen.
Ein historischer Hintergrund, der dazu beigetragen hat die Himmelsskulptur Berlin Star in Duisburg am Rhein in den Himmel zu entsenden. Das Ruhrorter Hafenfest, das einmal jährlich stattfindet, bietet einen geeigneten Rahmen für dieses überregional bedeutende Kunst-Ereignis und ist mit seinen über 700 000 Besuchern ein Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt Duisburg.
Mitten im größten Binnenhafen Europas, auf der Speditionsinsel gegenüber der Schifferbörse wird am 30.6. – bei schlechtem Wetter am 1.7.2001 – ab 12°° Uhr geschäftiges Treiben herrschen. Otto Piene wird dort mit zahlreichen Helfern seine Himmelssplastik mit Luft und die zahlreichen Polyethylenschläuche mit Helium füllen. Auch für die zahlreichen Besucher des Festes ist Mitmachen angesagt. Sie können sich aktiv an der Aktion beteiligen, festhalten, binden etc. oder aber einfach nur schauen und staunen.
cubus kunsthalle, im Juni 2001

Yongbo Zhao

Yongbo Zhao
 
Malerei
|4. 5. bis 24. 6. 2001
mi-so 14-18°° Uhr

Ein Beitrag der cubus kunsthalle, duisburg zum Thema der 25. Duisburger Akzente www. Wer weiss wohin? Kultur im Wandel
Zum 25. Mal jähren sich in diesem Jahr die Duisburger Akzente, das überregional bedeutende Kulturfestival der Stadt Duisburg. Zunächst legte Dr. Dr. h.c. Konrad Schilling ihren Schwerpunkt auf ein gestrafftes Theaterfestival. Im Laufe der Zeit weiteten sich die Einzelveranstaltungen auf die ganze Stadt aus, eingeschlossen die Universität Duisburg. In diesem Jahr sollen die Veranstaltungen komprimiert im Innenhafen stattfinden, ob sich hier eine Konzentration auf das vorgegebene Leitbild herausschälen läßt, bleibt abzuwarten.
Angeregt von diesem Jubiläum zeigt die cubus kunsthalle eine in das diesjährige Akzente Thema passende und das Festival komplementierende Ausstellung.
Yongbo Zhaos BILDER gewähren einen Blick in die zynische Gesellschafts- und Kulturkritik. Kultur im Wandel, dies verweist zunächst einmal auf eine Definition von Kultur. Wer keinen Kulturbegriff hat, der kann ihn auch nicht wandeln. Das Internet allein wandelt noch keine Kultur, höchstens deren Vermittlung. Der Wandel vollzieht sich in den Köpfen, ihm geht eine Tabula rasa voraus, ein „Reinen Tisch“ machen, und dies ist oft schmerzhaft, oft schockierend. Genau dies zeigen die Arbeiten des in China geborenen Künstlers Zhao, in dem er die Mythen alter und neuer Kunstgeschichte entblößt und damit die Frage nach der Zukunft der Kultur und des Menschen stellt.
Zhao malt mit Ironie und bevorzugt dabei erotische Themen und pralle Sinnlichkeit. Er malt sich dabei quer durch die europäische Kunstgeschichte und wagt sich an Kulturmythen wie die Mona Lisa, die Medici bis zu Mao. Zhao bevorzugt das ins Barock zurückreichende ovale Bildformat, das sich in die rechteckige Leinwand einfügt. Jeweils in den so entstandenen Ecken sehen wir chinesische Kalligraphien, meist leicht abgewandelte Verse aus den Gedichten Mao Tse-tungs. Seine Portraits zitieren dabei den Stil alter kommunistischer Propagandadarstellungen, inhaltlich indes handeln sie von den Urtrieben menschlichen Seins: von Gier, Habsucht und der Sucht nach Ruhm.
Dabei spielt die Gattung des Schafes eine übergeordnete inhaltliche Rolle, die sowohl das Herdenverhalten als auch die Eigenschaften des Leithammels auf den Menschen übertragen.
Fleischfarben und die Lust auf Fleisch beherrschen seine Bilder. Zartrosafarbenes bis dunkelrotes aufgeworfenes Fleisch, von keiner Haut mehr bedeckte menschliche Realität wird in den Mittelpunkt gerückt. Mit weit aufgerissenen Mündern, hervorgewölbten überdimensionierten Augen und Zungen, aufgequollenen Geschlechtsteilen wird das nach außen gekehrt, was der Mensch zu verbergen sucht: Seine durch moralisierende Kultur verborgene naturgegebene Geschlechtigkeit, seine Schutzlosigkeit und Verletzbarkeit.
So begattet in einer seiner Bilderzählungen ein Hammel in Mao-Uniform ein mit einem Brautschleier geschmücktes Schaf. Tränen laufen dabei der trauernden, missbrauchten „Braut“ über die Wangen.Die von Zhao dargestellten Opfer jedoch, sind nicht nur bemitleidenswerte Wesen, sie verletzen selbst, sie schlagen zurück. Als letzten Akt ihrer Macht entmannen sie ihren männlichen Gegenspieler, der zwar militärisch und mönströs vorgeführt wird, aber letztlich wiederum selbst als Opfer in Erscheinung tritt.
Wie ein Mahnmal an die Schönheit der Natur und des Menschen schmücken Rosen, farblich jedoch dem Fleisch angeglichen, die Körper. Sehnsucht nach Frieden scheint sich anzubahnen: Frieden zwischen den Kulturen, Frieden mit der Geschichte, Frieden zwischen den Geschlechtern. Ihre Dornen, um Hälser und Oberkörper gerankt, verheißen jedoch nichts Gutes.
Der 1964 in der Mandschurei geborene Künstler rechnet drastisch mit seiner Heimat ab. Fünf Jahre lang war er als Dozent für Malerei an der pädagogischen Universität in Changchun tätig, malte große Mauer- und Landschaftsbilder. 1991 kommt Zhao nach München zum Studium an die Akademie der Künste, das er als Meisterschüler von Robin Page abschliesst. Die ersten drei Jahre lang entsagt er völlig der Malerei und nutzt diese Zeit, um die alten Meister in den Museen zu studieren. Durch die Begegnung mit der westlichen Kunst kommt es zum Bruch, den Zhao mit künstlerischen Mitteln forciert. Schluss mit der Spielerei, das Informel sei in den 50er Jahren vielleicht noch ein Tabubruch gewesen, „die Zeit ist vorbei, Kunst soll wieder Handwerk sein.“ Zhao benutzt seinen Pinsel nach altmeisterlicher Manier, der Bruch liegt nicht in der Technik, vielmehr in der Aussage der Bilder. Im Januar 1996 gründet er mit Robin Page und Erich Gohl die Künstlergruppe „Neue Helden“. In ihrem Manifest heißt es „Unerträglich für Wohnzimmerwände gehören die Bilder hinter den Stacheldraht der Museen großer heroischer Sinnesschlachten“.
Wenn die Stirn nicht in Ordnung ist, geht der Mensch in die falsche Richtung
chinesisch
Im März 2000 macht er durch ein Portrait des österreichischen FPÖ-Vorsitzenden Haider auf sich aufmerksam, den er fast schüchtern lächelnd mit geneigtem Haupt vor FPÖ-blauem Hintergrund darstellt. In seinem Taz-Bericht schreibt Bernd Hein dazu: Die sanften Augen Haiders blicken braun in die Ferne. Der Hals steckt in einem Kragen der chinesischen Volkspartei, ist verletzbar lang ausgestreckt und verwandelt den Schädel in eine Trophäe. Aus dem Hinterkopf wachsen Hörner, sie schwingen über den Ohren nach vorn. Ein Lächeln öffnet die Lippen des Parteiführers, goldene Zähne blitzen. Rechts, wo das Hirn sitzt, schwärzt ein Fleck faules Fleisch. Ein Fliegenpaar hat sich bei dem Saft auf der Stirn niedergelassen. Die Fliegen ficken. In die Ecken kalligrafiert er in chinesischen Schriftzeichen „Die österreichischen Söhne und Töchter haben eine besondere Art“, eine Abwandlung eines Mao-Verses, über seine chinesischen Landeskinder. „Damals habe ich gegen den chinesischen Nationalismus gemalt, gegen Jörg Haider kann ich dieselben Waffen genauso stark benutzen“, sagt Zhao. In der Ausstellung „Sensation-Figuration“, die im Wiener Wasserwerk im März 2000 zu sehen war, hängt Haider zwischen zwei Bildern mit schreienden Schafen. Beide sind mit dem Titel „Leithammel“ bezeichnet.
Zhao gewinnt zahlreiche Kunstauszeichnungen, darunter seine erste im Alter von 21 Jahren.
Er ist an internationalen Ausstellungen beteiligt und in öffentlichen wie privaten Sammlungen vertreten.
In Zusammenarbeit mit der Galerie KK, Herrn Klaus Kiefer, ist es gelungen, die spektakuläre Ausstellung in Duisburg zu zeigen, die eine Bereicherung für die Duisburger Akzente darstellt. Wer bereits wußte wohin es geht, mit der Kunst, mit der Kultur, wird sich vor den Bildern Yongbo Zhaos erneut dieser Frage stellen müssen.
Dr. Claudia Schaefer